Rückblick

Die Jahre 2005 – 2008, wie alles begann.

So ging's los

Die Erfindung des MoshAir

Die Geschichte des MoshAir

Die Geschichte des MoshAir begann vor gut zwanzig Jahren. Wir hatten mit X ist Y? etliche Konzerte gespielt und wollten nun unser eigenes Ding machen: Bands einladen, mit denen wir befreundet waren und die uns begeisterten, Leute ansprechen, mit denen wir gern Zeit verbringen, ausprobieren, experimentieren, keine Mugge machen, sondern einen Abend mit Musik so zu gestalten, dass alle daraus überschwänglich, glücklich und ein klein bisschen rasender hervorkommen. Daraus wurde das »Jumping Moshroom«, ein Wortspiel, das uns die nächsten drei Jahre begleitete. Dabei waren Bands wie Sachsenreim AG, sOund.so, Wumme, Placid Phallic oder Green Slider. Zwei Mal fand das Moshroom in der Werdauer BruchBude statt, einmal im Gasometer in Zwickau.

Danach wollten wir von drinnen nach draußen gehen. Aus MoshROOM wurde MoshAIR. Ein passender Ort war schnell gefunden. Nur ein paar hundert Meter von unserem Proberaum entfernt lag hinter der Fraureuther Scheune die Ranch; ideal, um ein paar wunderbare Tage entspannt aufzubauen und Dinge mit Gaffa zu kleben, zu zelten oder unter freiem Himmel zu schlafen, mit Freunden im Gras zu liegen und am Lagerfeuer zu sitzen, dabei selbst Musik zu machen und Musik zu hören, die wir außergewöhnlich fanden. Deshalb kamen The Audience gleich zwei Mal, Condre SCR spielten ihren magischen Postrock, Radar waren dabei, The Wuffs, Noizy Elephant, Neon Pingu Pussys, 2zuEins, The Opium Theatre und mit Genscher La Fleur hatten wir den visionärsten Rapper seiner Generation mehrmals zu Gast. Drei Mal feierten wir so auf der Ranch, einmal gab es im Vorgarten der heutigen Koppel ein nasses Intermezzo.

Das Schöne war: Jeder brachte etwas Eigenes in das MoshAIR ein. Und mit. Manche bauten Sofas, von denen aus sie auf die Bühne schauten, andere Imkerwerkzeuge, einmal hatte jemand eine Menge Festival-Buttons auf eigene Faust angefertigt. Es ging darum, loszulegen, zu machen, nur nicht zu zögern, immer mit der festen Überzeugung, dass es am Ende gut wird, wenn man nur losläuft. Es ging darum, selbst die Bühne zu bauen und spontan zu entscheiden, dutzende Rettungsdecken in Streifen zu reißen und daraus die Dekoration zu machen. Ein menschengroßes Pappteil bunt zu sprayen und das Mitternacht im Scheinwerferlicht singen zu lassen. Alte Hasenställe zu verbrennen, damit deren Feuerfunken bis in die aufgehende Sonne fliegen konnten. Im Prinzip ging es darum, ein Stück harmlose Wiese für einen Abend in den großartigsten Platz der Welt zu verwandeln.

Von 2005 bis 2008 waren wir so draußen mit Musik, veröffentlichten auf dem vierten MoshAIR auch unsere dritte CD »Igitt Pop«. 2012 übernahm dann der Verein Freiraum Kultur das MoshAIR und führten es mit neuem Konzept weiter, etwas, für das wir sehr dankbar sind.

(Text: Stefan Petermann, X ist Y?)

 

MoshAIR 2005 – https://www.youtube.com/watch?v=87Ot2NafZxQ

MoshAIR 2006 – https://www.youtube.com/watch?v=dfPL3q4KheQ

MoshAIR 2007 – https://www.youtube.com/watch?v=CISA1V27JHQ

Moshair 2005

Moshair 2006

Moshair 2007